Ethylenglykol Mischungsverhältnis richtig wählen
- Geschrieben am
- Durch Hugo von Huchem
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Ethylenglykol Mischungsverhältnis für Kühl- und Heizkreise: Tabelle mit Gefrierpunkten, Sicherheitshinweisen und Unterschied zu Propylenglykol.
Ethylenglykol Mischungsverhältnis: Warum die richtige Konzentration zählt
Auch wenn die Tiefstwerte in den kommenden Tagen mit rund 2 °C noch über dem Gefrierpunkt liegen, ist jetzt der richtige Moment, das Ethylenglykol Mischungsverhältnis in Ihrem Kühl- oder Heizkreis zu prüfen. Ein falsch verdünntes Frostschutzmittel schützt im Ernstfall nicht ausreichend und kann zu geplatzten Leitungen, beschädigten Wärmetauschern oder Stillstand der Anlage führen. In diesem Artikel finden Sie eine praktische Tabelle, mit der Sie die passende Konzentration für Ihren Kühl- oder Heizkreislauf bestimmen, dazu wichtige Sicherheitshinweise und die Abgrenzung zu Propylenglykol.
Ethylenglykol Mischungsverhältnis: Tabelle mit Gefrierpunkten
Die folgende Tabelle zeigt, welcher Gefrierpunkt bei welcher Konzentration von Ethylenglykol in Wasser erreicht wird. Die Werte gelten für fertige Mischungen mit demineralisiertem oder enthärtetem Wasser und dienen als praktische Orientierung für Kühl- und Heizkreise.
| Ethylenglykol-Anteil | ungefährer Gefrierpunkt |
|---|---|
| 20 % | ca. -8 °C |
| 30 % | ca. -15 °C |
| 40 % | ca. -21 °C |
| 50 % | ca. -33 °C |
| 60 % | ca. -45 °C |
Für die meisten Heizungs- und Kühlkreise in Gebäuden reicht ein Mischungsverhältnis von 30 bis 40 % Ethylenglykol aus. Industrielle Kälteanlagen oder Freiluftinstallationen benötigen häufig 50 % oder mehr, um auch bei strengem Frost zuverlässig geschützt zu sein. Verwenden Sie reines Ethylenglykol 100 % nie unverdünnt, denn unverdünntes Glykol hat selbst einen vergleichsweise hohen Gefrierpunkt und bietet allein keinen ausreichenden Frostschutz.
Ethylenglykol richtig verdünnen: so gehen Sie vor
Mischen Sie Ethylenglykol ausschließlich mit demineralisiertem oder vollentsalztem Wasser, niemals mit normalem Leitungswasser. Kalk und Mineralien aus Leitungswasser führen zu Ablagerungen im Wärmetauscher und setzen die Wirkung der im Glykol enthaltenen Korrosionsschutzstoffe herab. Berechnen Sie die benötigte Menge anhand des Gesamtvolumens Ihrer Anlage und mischen Sie die Konzentration nach Volumenprozent, nicht nach Gewicht. Füllen Sie das Gemisch außerhalb der Anlage in einem sauberen Behälter an und pumpen Sie es anschließend in den Kreislauf, so vermeiden Sie ungleichmäßige Konzentrationen. Kontrollieren Sie die fertige Mischung regelmäßig, da Verdunstung oder Nachfüllen mit reinem Wasser die Konzentration über die Zeit verändern.
Sicherheitshinweise beim Umgang mit Ethylenglykol
Ethylenglykol ist gesundheitsschädlich beim Verschlucken und darf unter keinen Umständen in Lebensmittel- oder Trinkwassersystemen eingesetzt werden. Tragen Sie beim Umfüllen Handschuhe und eine Schutzbrille und arbeiten Sie in gut belüfteten Räumen. Lagern Sie Ethylenglykol in deutlich beschrifteten, verschlossenen Behältern außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren, da die süßliche Flüssigkeit für Haustiere besonders gefährlich ist. Entsorgen Sie Restmengen und Spülwasser niemals über den normalen Abfluss, sondern als chemischen Abfall gemäß den geltenden Vorschriften. Setzen Sie Ethylenglykol ausschließlich in geschlossenen Kühl- und Heizkreisen ein, in denen kein Kontakt zu Trinkwasser oder Lebensmitteln entstehen kann.
Ethylenglykol oder Propylenglykol: wo liegt der Unterschied?
Ethylenglykol bietet bei gleicher Konzentration einen etwas niedrigeren Gefrierpunkt und eine bessere Wärmeübertragung als Propylenglykol, ist dafür aber giftiger und nicht lebensmittelecht. Propylenglykol wird deshalb bevorzugt dort eingesetzt, wo ein Kontakt mit Trinkwasser, Lebensmitteln oder der Umwelt möglich ist, etwa in der Lebensmittelindustrie, in der Landwirtschaft oder bei Anlagen in der Nähe von Gewässern. Für geschlossene technische Kühl- und Heizkreise ohne solches Risiko ist Ethylenglykol meist die wirtschaftlichere Wahl. Prüfen Sie vor der Wahl immer die Vorgaben des Anlagenherstellers, da manche Systeme ausdrücklich nur eines der beiden Glykole zulassen.
Passende Produkte für Ihr Mischungsverhältnis
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